Anker des Guten
Seine Bilder sind wie Signale einer ins Treiben geratenen Welt, Anker um eben daran anzulegen und sich ins Gedächtnis zu rufen, was im Leben wirklich wertvoll ist.
Jef Wishaupt, bildender Künstler, Edelschmied und Bildhauer ist sich dessen voll bewusst, dass er Dinge kreiert, die Raum einnehmen in einer übervollen Welt. Darum ist er stets verantwortungsbewusst bestrebt, den Raum den er wegnimmt eine entsprechende Sicherheit entgegenzusetzen. Jedes Kunstwerk von Jef Wishaupt zeichnet sich dadurch aus, dass es aus seinem Inneren Wärme abstrahlt, es wächst, bekommt Rundungen und Ausdehnung, wird beschnitten und gefeilt, bis ein amabiles Wesen entsteht, dessen Spannung durch diesen Wachstumsprozess hervorgerufen wird. In all seinen Arbeiten finden wir sanfte Böschungen und bestimmte, sich absetzende Kanten. Der Übergang ist nicht feststellbar und die Kontraste verankern sich im schwer erstrittenen Gleichgewicht. Vollständigkeit und Harmonie, eingeschlossene Wärme in der gemeisselten und gegossenen Masse, souveränität im Spannungsfeld. Dies alles verstärkt sich beim anfühlen der Form, die durchläuft in der Oberfläche. Der Stein wird eben feingeschliffen, die Bronze wird glänzend poliert oder mit einer ausgleichenden Patina versehen, in jedem Fall gescheuert und gefeilt, bis nichts mehr die beabsichtigte Stromlinienform stört. In manchen Fällen fügt Jef Wishaupt Farbe an die Haut seiner Bronzen hinzu. Die Patina kann variieren von schwarz bis grün und selbst in holzfarben übergehen. Manchmal verchromt er auch seine Bilder. So laden glänzender Formenwuchs, Spiegelbilder der Lebenskraft, den Menschen geradezu ein, sich selbst zu sehen.
Jef Wishaupt setzt Zeichen von Aufbau, Wachstum, Hoffnung für die Zukunft. Im kleinen persönlichen Bereich mit seinern Schmuck und im grossen Monumentalen mit seinen Bildern. 'Sie entstehen ganz einfach', sagt der Künstler. 'Es geschieht einfach und wenn ich zurück schaue auf das was ich geschaffen habe, denke ich: Oh ja, es musste so sein'. Jedoch entstehen Bilder und Schmuck von Jef Wishaupt 'nicht nur so', sondern es ist eine seriöse und sorgfáltig untermauerte Basis,von der aus er die positiven Werte des Lebens ins Bild setzt. Das Konzept entsteht durch intensives Erleben der Natur, dem menschlichen Streben, dem kulturellen Erbgut. Zur ausarbeitung benurzt er stets edle Materialien wie hartes Gestein, Bronze, Silber und Gold, die er stets handwerklich bearbeitet und fertigstellt nach klassischen Regeln. Sein Perfectionismus zwingt ihn zu stets harter und intensiver Arbeit. Wahrhaftig und ästehtisch, harmonisch und besessen. Das Resultat, welches durch seine Hände entsteht und für die Welt sichtbar wird, soll eine Bereicherung sein, ein ästhetisches Wiederaufadmen. Er ergötzt sich im Ursprünglichen, sucht das ehrliche Bestehen. Menschen, Tiere, Pflanzen formen unversiegbare Brunnen seiner Inspiration. Wachstum, Bewegung, Rhythmus: Mitunter sind die organischen Formen noch lesbar, aber nie explizit deutbar. Das Erkennbare geht über in ausgereifte, glänzende oder glutvolle Abstraktion. Der Kreis und die Rundung, oder vergleichbar die Sonne, der Keim, die Blume, die Frucht -und alle Äquivalenzen davon -fliessen zusammen in einer sehr geschlossenen, abgerundeten Komposition. Die Einheit findet ihren Ursprung in der Massivität, bekommt Spannung und Rhythmus im Kontrast und findet ihre Vollkommenheit im entspannten Raum. Kontraste zwischen konkav und konvex, kantige Rippen und glänzende Flächen, Ausstülpungen, die einander verstärken, einanders Widerhall sind: Landschaften in denen das Auge stets weiter sehen will. Nie ist ein Übergang abrupt, eines geht immer deutlich ins andere über. Die imaginäre Form der Kontur wird bis zum Äussersten durchgehalten, der Raum der ausgespart ist, immer überbrückt. In Doppelformen ist inhaltliche Kraft wie ein Funken, der immer überspringt. Hier ist am deutlichsten sichtbar, wie sorgfältig Abstand und Annäherung, Raum und Masse, abgestimmt sind auf die Linie, die Form und die Gedanken, die vereinen und verbinden. Manches Bild von Jef Wishaupt macht den Betrachter unbewusst zum Beobachter der Intimität. Mit einer namenlosen Abstraktion schafft er Erregung, mit Schönheit konserviert er das Unaussprechliche.